I. Einleitung
Wir sehen die Ergebnisse der Bürgerbefragung als eine Bestätigung der in den letzten 12 Jahren geführten Politik der Freien Bürgerliste (Liste Krings) an.
Wir, das sind die Gemeindemandatare (Schöffen und Gemeinderatsmitglieder), aber auch die Listenmitglieder von vor 12 bzw. von vor 6 Jahren, welche die Gemeindepolitik eng begleitet haben und sich regelmäßig getroffen haben (Programmschwerpunkte, Anliegen der einzelnen Ortschaften). Dazu kommen natürlich auch die seit etwa einem Jahr hinzugekommenen Kandid aten/Innen bzw. aktiven Symphatisanten. Unsere Gruppe besteht aus Parteimitgliedern von CSP, SP, PDB, ECOLO sowie Parteilosen. Innerhalb unserer Gruppe steht immer die Sachpolitik im Vordergrund, die einzelnen Parteien nehmen keinen Einfluss.
Wieso eine Bestätigung der Politik der FBL?
Auch wenn die Anzahl abgegebener Fragebogen rückläufig ist (1994: 6 %; 2000: 7 %; 2006: 5 %), können wir angesichts des allgemein herrschenden unpolitischen Klimas von einem Erfolg sprechen. Der Erfolg liegt auch darin begründet, dass die Fragebogen gründlich ausgefüllt wurden und unwahrscheinlich viele Ideen bzw. Vorschläge gemacht wurden. In verschiedenen Fragebögen lagen zusätzliche Seiten bei, was davon zeugt, dass die BürgerInnen sich ernst genommen fühlen und erwarten, dass ihre Vorschläge auf fruchtbaren Boden fallen.
II. Ergebnisse der Bürger-Fragebogenaktion:
“Unsere Gemeinde mit guter Hand gestalten.”
Rund 5% der 3600 verteilten Fragebogen sind bei uns abgegeben worden (1994 waren es 6%; 2000 waren es 7 %).
Altersstruktur:
| Alter | Männer % | Frauen % |
| 15-25 | 0 | 4,1 |
| 26-35 | 1,4 | 2,7 |
| 36-45 | 17,6 | 13,5 |
| 46-55 | 14,9 | 5,4 |
| 56-65 | 5,4 | 2,7 |
| 66+ | 17,6 | 10,8 |
| 2,7 | 1,4 | |
| insgesamt | 59,5 % | 40,5 % |
Ergebnisse:
A. Lebensqualität in unserer Gemeinde
Die Gemeinde sollte generell sparsam mit dem Geld umgehen und möglichst nur in Projekte investieren, wenn diese bezuschusst werden.
Welche dieser Bereiche oder eventuell andere sind für Sie prioritär?
| Wegenetz und Bürgersteige | 28,4 % | Baulandbeschaffung | 9,5 % |
| Sicherheit | 25,7 % | Kinderbetreuung | 8,7 % |
| Wasserversorgung | 23,0 % | Renovierung, Erhalt der Kirche | 8,6 % |
| Verkehrssicherheit | 21,6 % | Bürgerbeteiligung | 8,3 % |
| Energiesparmaßnahmen | 21,6 % | Wohnungspolitik | 8,1 % |
| Wirtschaftsförderung | 20,3 % | Mobilität | 5,4 % |
| Seniorenbetreuung | 18,9 % | Tourismus | 4,1 % |
| Schulen | 14,9 % | Sport, Kultur, Vereine | 4,0 % |
| Abwasserklärung | 12,2 % |
Weiter wurde genannt: Umweltschutz
Kommentar zum Bereich A: Lebensqualität in unserer Gemeinde:
Wegenetz und Bürgersteige, Sicherheit, Wasserversorgung, Verkehrssicherheit, Wirtschaftsförderung, Energiesparmaßnahmen und Seniorenbetreuung liegen in der Hitparade bei den Bürgern vorne; darin wurde in der Vergangenheit investiert; dies soll auch in Zukunft so sein. Es wurden viele konkrete Vorschläge zu allen Bereichen gemacht (3 Din A4 Seiten). Die regelmäßigen Informationsversammlungen sind lobend erwähnt worden, ebenso das Infoblatt. Einige wünschen sich die Möglichkeit, die Qualität des Mitspracherechtes und Mitbestimmung der Bürger/Innen zu erhöhen. Über die „Ländliche Erneuerung“ scheint uns das möglich zu sein.
B. Aktive Bürgerbeteiligung
Das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger unserer Gemeinde in allen Bereichen (Vereine, ...) ist zweifellos vorbildlich. Unsere Gesellschaft braucht auch weiterhin dieses Engagement aller Altersgruppen. Mit gut durchdachten Initiativen und ehrenamtlichem Einsatz kann vieles zum Wohle der Gemeinschaft erreicht werden!
Wären Sie bereit, sich auf Anfrage der Gemeinde oder einer Vereinigung zu engagieren, zum Beispiel in:
| Projektplanung in einem Arbeitskreis im Dorf oder Wohnviertel: | ja nein |
52,3 % 47,7 % |
|
| Unterhalt des kleinen kulturellen Erbgutes z.B. Wegekreuze oder Pflege öffentlicher Anlagen wie Blumenbeete oder sonstige kleine Anlagen | ja nein |
52,5 % 47,5 % |
|
| Beaufsichtigung von Kleinkindern | ja nein |
41 % 59 % |
|
| für alte Menschen in der Nachbarschaft | ja nein |
72,7 % 27,3 % |
|
| Hilfe in Sport- und Kulturvereinen | ja nein |
64,3 % 35,7 % |
Kommentar zum Bereich B: Aktive Bürgerbeteiligung:
Mehr als die Hälfte der Leute sind bereit sich in irgendeiner Form zu engagieren. Viele die mit NEIN geantwortet haben, gaben an, sich schon sehr zu engagieren und keine zusätzliche Zeit mehr zur Verfügung zu haben; andere waren mit Familie und Beruf ausgelastet.
C. Sicherheit der Bürger:
Der Föderalstaat hat in der vergangenen Legislaturperiode im Bereich der Notarzt- und Polizeidienste bedeutende Reformen durchgeführt. Aufgrund dieser Reformen und aus eigener Initiative hat die Gemeinde hohe Investitionen in die verschiedenen Bereiche der Sicherheit getätigt. Wir möchten Ihre Meinung und Ihre Vorschläge insbesondere zu folgenden Bereichen kennen lernen:
1. Notarztdienst:
| Sind Sie mit dem Notarztdienst in seiner jetzigen Form zufrieden? | ja nein keine Meinung |
66,1 % 19,4 % 14,5 % |
2. Polizeidienst:
| Sind Sie mit dem Polizeidienst in seiner jetzigen Form zufrieden? | ja nein keine Meinung |
45,2 % 35,5 % 19,4 % |
3. Feuerwehrdienst:
| Sind Sie mit der Feuerwehr in ihrer jetzigen Form zufrieden? | ja nein keine Meinung |
73,0 % 11,1 % 15,9 % |
Kommentar zum Bereich C: Sicherheit:
1. Notarzt:
Die Unzufriedenheit bezieht sich auf die Qualität des Dienstes, Wartezeiten, die Sprache und die Kosten.
2. Polizei:
Es werden mehr Kontrollen und Präsenz in allen Bereichen gefordert (rücksichtsloses Fahren, Falschparker, Passkontrollen bei Veranstaltungen, Umweltdelikte, Hundeverordnung). Gleichzeitig wird mehr „Augenmaß“ verlangt: „Zu viel Kontrolle bzw. Knöllchen für Nichtrisikobürger...“
3. Feuerwehr:
Die Arbeit sollte besser anerkannt werden und das Interesse der jungen Leute sollte gefördert werden
D. Gesellschaftswandel:
Die Gemeinde kann nur in einem begrenzten Rahmen den Gesellschaftswandel beeinflussen. Begrüßen Sie Initiativen der Gemeinde
1. Im Hinblick auf die zunehmende Veralterung:
| Angebote der häuslichen Versorgung verstärken? | ja nein |
91,1 % 8,9 % |
| Formen des betreuten Wohnens fördern? | ja nein |
82,5 % 17,5 % |
| Projekte zur Förderung der Mobilität? | ja nein |
80,8 % 19,2 % |
2. Im Hinblick auf die verstärkt auftretenden Erziehungsprobleme:
| Initiativen zur Förderung des Bürgersinns z. B. Einsetzen eines Jugendgemeinderates oder Jugendbeirates? | ja nein |
66,1 % 33,9 % |
| Verstärkte Kontrolle über Einhaltung verbindlicher Schulordnungen und strengere Richtlinien für Jugendveranstaltungen (Mindestalter, Alkoholverbot,...) | ja nein |
90,0 % 10,0 % |
Kommentar zum Bereich D: Gesellschaftswandel:
1. Die Antworten sprechen sich klar dafür aus, den älteren Menschen so lange wie möglich ein Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.
2. Ein verhaltenes JA zur Förderung des Bürgersinns bei den Jugendlichen, ein deutliches JA zu mehr Kontrolle!
E. Wohnen, Umwelt und Energie:
Die Erschließung von preiswertem Bauland ist eine der Prioritäten für die kommenden Jahre. Die Gemeinde wird für das Gelände zwischen Klosterstraße und Wiesenbacher Straße ein Bebauungskonzept erstellen.
| Würden Sie eine traditionelle Baustelle bevorzugen, wenn Sie ein erschlossenes Baugrundstück erwerben könnten? | ja nein |
76,7 % 23,3 % |
| Größe: | 500-600 m²: 700-800 m²: 900-1000 m²: |
18,4 % 39,5 % 42,1 % |
| Wären Sie bereit aus Kostengründen eine Baustelle für Reihenbebauung oder ein Appartement mit gemeinsamen Garten und Carport zu erwerben? | ja nein |
32,6 % 67,4 % |
| Wären Sie bereit sich aus Kostengründen an ein gemeinsames Heizungssystem, z.B. Hackschnitzel oder Biogasanlage anzuschließen? | ja nein |
76,2 % 23,8 % |
Kommentar zum Bereich E: Wohnen, Umwelt, Energie: Die große Mehrzahl der Interessenten bevorzugen eine traditionelle Baustelle, aus Kostengründen sind 1/3 an einer Reihenbebauung bzw. an einem Appartement interessiert. Einem gemeinsamen Heizungssystem würden sich ¾ der Interessenten anschließen. Beklagt wird, dass zu wenig Baustellen zur Verfügung stehen.
III. Welche Anregungen und Schwerpunkte aus der Bürgerbefragung haben wir in unser Programm eingebaut?
Unser Programm ist in 14 Schwerpunkten eingeteilt. Nachfolgende Anregungen aus der Bürgerbefragung sind nur ein Teil des Programms. Das gesamte Programm wird bei der nächsten Pressekonferenz zusammen mit der Liste vorgestellt.
I. Bürgernahe Politik: Information und Mitbestimmung der Bürger/Innen, Bürgerbefragungen o.ä., Versammlungen, aktive Bürgerbeteiligung fördern, das ehrenamtliche Engagement weiter fördern
II. Die Gemeindefinanzen: gesunde Finanzpolitik, Steuern niedrig halten, sparen
III. Öffentliche Sicherheit: bessere Kontrolle bestehender Richtlinien (Verkehr, Umwelt, ...), mehr Präsenz der Polizei
IV. Öffentliche Arbeiten und Verkehrspolitik: Unterhalt der Straßen, Wege, Bürgersteige, Spielplätze, saubere Gemeinde, Landschaftspflege, Dorfkernerneuerung, Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung, Bürgersteige anlegen, Anlegen von Fahrradwegen
V. Tourismus: Animation und Veranstaltungen für alle
VI. Wirtschaft und Arbeitsplatzförderung: kleine und mittlere Betriebe fördern, neue Betriebe ansiedeln
VII. Land- und Forstwirtschaft: ohne Bemerkungen
VIII. Schule: Erhalt der Dorfschulen, Unterhalt der Schulen und Spielplätze
IX. Jugend: Initiativen zur Förderung des Bürgersinns (Jugendbeirat o. Ä.), Mitsprache der Jugendlichen fördern, bei Veranstaltungen bessere Kontrolle des Alters, Drogenproblem
X. Kultur und Sport: Förderung der Vereine, Unterhalt der Infrastruktur
XI. Raumordnung: Erschließung von Bauland
XII. Umwelt: Trinkwasserversorgung sichern und verbessern, Bau von Kläralagen, erneuerbare Energien weiter fördern (Vorbild öffentliche Hand, Zuschüsse für Privatleute), Information der BürgerInnen, Umweltdelikte verfolgen
XIII. Sozialpolitik, Wohnen: Betreuung der Senioren zu Hause unterstützen, Hilfsdienste im sozialen Bereich ausbauen (Familienhilfsdienst, vor- und nachschulische Betreuung, Kleinkindbetreuung), Baustellen für junge Leute, Wohneinheiten für ältere Menschen (die sich noch selbst versorgen können)
XIV. Gemeindeübergreifende Politik: ohne Bemerkungen
Dazu gibt es noch eine Fülle von ortsspezifischen Vorschlägen, die wir in unser detailliertes Programm (Maßnahmenkatalog) übernommen haben.
Auswertung des Fragebogens: Rene Hoffmann, Bernd Karthäuser, Margret Wiesemes und Herbert Hannen
Vorliegendes Dokument wurde erstellt von Herbert Hannen


